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This Week's Sermon WEIHNACHTSGOTTESDIENST 20 December 2009 "Solch einer Gott wie dieser"
Soli Deo Gloria!
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"Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem HERRN Jesus Christus!" (2. Thessalonicher 1.2)Könnt ihr die Erhabenheit dieses Ereignis verstehen, das Christen feiern? Denkt eine Minute nicht an die romantischen Assoziationen. Bitte bedenkt aber, dass Gott der Heilige Geist Jahrhunderte vor der Geburt Jesus durch den Propheten Isaiah sprach:
[53.4] Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
[53.5] Aber er ist um unsrer Missetat* willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.Der heilige Evangelist Johannes beginnt sein Evangelium mit diesen Worten:
"1:14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.""Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns"--diese Worte sind genau der Kern von Weihnachten. Sie verkünden, dass Gott uns nicht fern war, sondern einer von uns wurde. Dieser ist der Immanuel, Gott-mit-uns. Er wurde von einer menschlichen Mutter geboren, stillte an ihrer Brust, hat an Kolik gelitten, hat seine Windel vollgemacht, und war von Maria vollkommen abhängig zu leben. In seinem Leben hat er Kälte und Regen, Schmutz und Geschmeiss erlitten. Er wusste, was es hiess, Feindlichkeit zu erfahren und von anderen abgelehnt zu werden. Er hat Prügel, Wunden, die Angst eines quaelenden Todes und sogar eine Niederlage erlitten.
Es gibt Millionen von Menschen, die das grundsätzlich abstreiten. Sie behaupten, dass Gott, weil er Gott ist, so etwas niemals machen könnte, nämlich, Mensch werden und menschliche Schmerzen haben. Es ist entgegen seiner göttlichen Natur, die menschliche Natur aufzunehmen. Wenn Gott so täte, sagen sie, dann wäre er nicht Gott. Gott muss über der Menschlichkeit, ueber menschlicher Not leben. Der Mensch muss nach Gott greifen; der Mensch muss ihn finden, muss an ihn appellieren, muss sich Gottes Gunst erlangen.
Das Weihnachtsevangelium verkündigt, dass Jesus, der Sohn Gottes, vom Himmel heruntergekommen ist, genau um dieses menschliche Leid zu erleben und völlig menschlich zu sein. Es gibt aber eine Ausnahme: er hat nicht gesündigt. Er hat unsere Schwächlichkeiten, Fehler, Krankheiten und Sünden alle auf sich genommen. Er ist unter den Kranken, den Erkrankten und den von Daemonen Besessenen gegangen, wenn andere Menschen das nicht tun wollten. Er hat das getan, damit er sie heilen konnte; damit hat er gezeigt, dass er auf dem Grund gekommen ist, um unsere tödliche Sündenkrankheit zu heilen. Er hat unsere Sünden und unsere Trübsal auf sich genommen und hat sie zum Kreuz ertragen, da wo er ihnen eine Ende gemacht und Gott wieder zur Menschlichkeit verholfen hat.
Das ist der Gott, den wir an Weihnachten zelebrieren, diesen Gott, der sich die Hände mit unseren Sünden und Schwachlichkeiten schmutzig gemacht hat, um uns zurück zum himmlischen Vater zu bringen. "Gott in Windeln," könnten wir sagen, war als Säugling völlig hilflos. Im nicaenischen Glaubensbekenntnis wird es noch wortgewaltiger erklärt:
"welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist
und leibhaft geworden durch den Heligen Geist
von der Jungfrau Maria
und Mensch geworden."Es kann ja nur Liebe sein, die solche Tätigkeiten wie diese beschreiben kann. Es ist nur die Liebe Gottes zu seiner Schöpfung, die diesen Taten einen Sinn geben kann. Es gibt nur eine tiefe, unfassliche Liebe, die das schaffen konnte. Das ist aber, was Weihnachten proklamiert. Das Evangelium proklamiert keinen Gott der Rache, sondern einen Gott der Liebe. Die Kirche proklamiert keinen Gott, der seine leidenden, sterbenden Menschen im Stich lässt. Das heilige Evangelium erzählt uns von einem Gott, dessen Liebe so tief ist, dass er sich fuer uns blamiert hat. An Weihnachten wird der Gott gefeiert, der das gemacht hat, der uns im Fleisch nah ist, sogar jetzt, ein Gott, der uns nie in Schwierigkeiten verlässt oder aufgibt.
Also kommen wir zurück zu der Krippe, dem Heu und den Windeln. Was fuer ein wunderbares Krippenspiel! Es ist ja gut, dass wir solch einen Gott wie diesen haben, der uns mehr liebt, als wir wissen! Gewiss können wir vom Herzen sagen, "Fröhliche Weihnachten!" Und es ist wahrlich so, besonders wegen unserer tragischen Zustände!
Vor einem Jahr im November habe ich in der historischen Sankt Thomaskirche in Leipzig gestanden, da wo Johann Sebastian Bach jahrelang Kantor war. Bach ist "der fünfte Evangelist" genannt worden, weil das heilige Evangelium durch seine Musik, besonders durch seine Kirchkantaten, der Welt verkündet wird. So schön fasst es Bach in seiner Kantate, Ehre sei Gott in der Höhe, zusammen, die am 25. Dezember 1728 vorgestellt wurde:
1. Coro
Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.2. Aria
Erzählet, ihr Himmel, die Ehre Gottes,
Ihr Feste, verkündet seine Macht.
Doch vergesset nicht dabei
Seine Liebe, seine Treu,
Die er an denen Verlornen vollbracht.3. Recitativo
O! Liebe, der kein Lieben gleich:
Der hochgelobte Gottessohn
Verlässt sein Himmelreich;
Ein Prinz verlässt den Königsthron
Und wird ein Knecht
Und als ein armer Mensch geboren,
Damit das menschliche Geschlecht
Nicht ewig sei verloren;
Was wird denn dir,
Mein treuer Jesus, nun dafür?4. Aria A Flauto traverso I/II, Violoncello, Continuo
O du angenehmer Schatz,
Hebe dich aus denen Krippen
Nimm dafür auf meinen Lippen
Und in meinem Herzen Platz.5. Recitativo B Continuo
Das Kind ist mein,
Und ich bin sein,
Du bist mein alles unter allen
Und außer dir
Soll mir
Kein Gut, kein Kleinod wohlgefallen.
In Mangel hab ich Überfluss,
In Leide
Hab ich Freude,
Bin ich krank, so heilt er mich,
Bin ich schwach, so trägt er mich,
Bin ich verirrt, so sucht er mich,
Und wenn ich falle, hält er mich,
Ja, wenn ich endlich sterben muss,
So bringt er mich zum Himmelsleben;
Geliebter Schatz, durch dich
Wird mir noch auf der Welt der Himmel selbst gegeben.6. Aria B Oboe d'amore solo, Continuo
Ich lasse dich nicht,
Ich schließe dich ein
Im Herzen durch Lieben und Glauben.
Es soll dich, mein Licht,
Noch Marter, noch Pein,
Ja! selber die Hölle nicht rauben.7. Coro
Wohlan! so will ich mich
An dich, o Jesu halten,
Und sollte gleich die Welt
In tausend Stücke spalten.
O Jesu, dir, nur dir,
Dir leb ich ganz allein,
Auf dich allein, auf dich,
O Jesu, schlaf ich ein."Solch einer Gott wie dieser"
Im Namen des Vaters, des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Amen.